15 Anzeichen für eine seriöse Katzenzucht

Ich gebe es offen zu: Ich bin ein Fan von Rassekatzen. Ich finde die unterschiedlichen Erscheinungen und Eigenschaften extrem faszinierend. Und ich bin der Meinung, dass Rassekatzen gerade in der Großstadt absolut eine Daseinsberechtigung haben, abgesehen von der kulturellen Bedeutung.

 

Ich finde es nicht verwerflich, wenn jemand sich „einfach so“ eine Katze anschaffen möchte, aus ganz egoistischen Motiven heraus. Ich finde es gut und wichtig, dass es Katzen gibt, mit ihren Menschen auch in einer normal großen Stadtwohnung ohne Freigang glücklich werden. Und ich finde es toll, dass man solche Katzen ohne größere Probleme bei Züchtern findet und schon im Vorwege mit größerer Sicherheit annehmen kann, dass die erwählte Katze auch die Eigenschaften hat, die man sich von ihr wünscht und die sie mitbringen sollte, damit sie sich unter den Lebensbedingungen, die wir ihr bieten können, wohlfühlt.

Verwerflich finde ich allerdings Tierzucht, die nur Geld bringen soll, oder wenn jemand Tiere züchtet und von deren Genetik überhaupt keine Ahnung hat. Das ist unverantwortlich und sollte auf keinen Fall unterstützt werden. Wenn es eine Rassekatze sein soll, dann bitte entweder aus dem Tierschutz oder von einem seriösen Züchter!

 

Ein seriöser Züchter züchtet nicht einfach, weil er eine schöne Katzenrasse vermehren möchte. Er züchtet auch nicht, weil seine Kätzin so hübsch ist und einfach mal einen Wurf haben soll. Ein seriöser Züchter möchte „seine“ Rasse verbessern, sie dem Zuchtideal (Standard) näherbringen. Viele Pokale und Schleifen sind ein Hinweis darauf, dass ihm das auch ganz gut gelingt. Um das zu erreichen, muss er sich sehr gut mit der Genetik seiner Katzen auskennen. Er braucht eine gewisse Anzahl an potenten (also nicht kastrierten) Kätzinnen, um einen brauchbaren Genpool zu haben und seine Zucht voranzubringen. Dieses Ziel wird er auch dadurch verfolgen, dass er weitere Wege in Kauf nimmt – womöglich sogar Fahrten ins Ausland – um seine Katzen von verschiedenen, erfolgreichen Katern decken zu lassen. Ein Züchter mit einem eigenen Deckkater, der seine Kätzinnen immer nur von diesem einen Kater decken lässt, wird in dieser Hinsicht seine Rasse nicht wirklich weiterbringen können.

 

Bei einer ernsthaften Katzenzucht muss es also eine ausreichende Anzahl Würfe pro Jahr geben, um die besten und vielversprechendsten Kätzchen entweder selbst zu behalten oder zu einem hohen Preis an Züchterkollegen zu verkaufen, damit sie dort ihre kostbaren Gene weitergeben können. Was übrig bleibt, sind die so genannten Liebhabertiere: Kätzchen, die im Normalfall dem Zuchtstandard entsprechen, aber kleine „Fehler“ haben wie beispielsweise eine nicht perfekte Farbverteilung oder Augenfarbe. Diese Kitten werden an Katzenliebhaber verkauft, die keine Zuchtambitionen haben. Und das ist auch gut so, denn sie würden die Rasse nicht voranbringen.

 

Dies sind Anzeigen für einen seriösen Züchter (ich spreche vom „Züchter“, meine aber selbstverständlich Züchterinnen und Züchter):

  • Auf seiner Homepage findest Du Hinweise zu relevanten Erbkrankheiten der Rasse und erfährst, ob seine Katzen negativ auf diese getestet sind, d.h. also frei von diesen Erbkrankheiten sind.
  • Er stellt Dir schon im ersten Telefonat viele kritische Fragen und erzählt begeistert von seinen Katzen.
  • Seine Kitten sind nicht billig und kosten je nach Rasse zwischen 600 und 1000 Euro.
  • Bei ihm zuhause sieht es ein bisschen aus wie bei einer Crazy Cat Lady, denn Katzen sind sein Leben.
  • Es riecht bei ihm maximal ein wenig nach Katzenfutter, Katzenklo und Desinfektionsmittel und alles macht einen sauberen Eindruck.
  • Die Katzen wirken offen und freundlich und verstecken sich nicht.
  • Alle Katzen haben klare, saubere Augen, saubere Ohren und Näschen und ein gepflegtes Fell. Nur die Mama der Kitten darf ein wenig mitgenommen aussehen, was normal ist nach der anstrengenden Geburt und Jungenaufzucht.
  • Die älteren Kitten nehmen am Familienleben teil und werden nicht in einem kleinen Extrazimmer gehalten, aus dem sie nie heraus dürfen.
  • Der Züchter nimmt sich Zeit für Dich und beantwortet ausführlich all Deine Fragen. Im Gegenzug möchte er auch von Dir alles ganz genau wissen.
  • Der Züchter macht mit Dir einen schriftlichen Vertrag und händigt Dir den Impfpass und den Stammbaum aus.
  • Er ist Mitglied in einem Rassekatzenzuchtverein (ansonsten würde er auch keinen Stammbaum für seine Kitten bekommen).
  • Seine Kitten sind bei der Abgabe mindestens zwölf Wochen alt.
  • Du bist vertraglich verpflichtet, die Katze kastrieren zu lassen. Manchmal bekommst Du den Stammbaum auch erst, wenn Du nachweislich die Katze kastrieren lassen hast.
  • Im Vertrag ist ein Vorkaufsrecht festgehalten, so dass die Katze im Zweifel zu ihm zurückkommt, wenn Du sich nicht behalten kannst.
  • Im günstigsten Fall besteht er darauf, seine Kitten persönlich in sein neues Zuhause zu bringen, weil er mit eigenen Augen sehen möchte, wie sie bei Dir leben werden.

Übrigens haben heutzutage viele Züchter eine veraltete, vernachlässigte Homepage und posten statt dessen regelmäßig auf Facebook. Es kann sich also lohnen, den Namen der Cattery einmal dort zu suchen. Auch gibt es für die meisten Katzenrassen Facebook-Gruppen, die ebenfalls bei der Suche behilflich sein können.

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