Let the magic happen: der Mensch hinter der Katze

Man sagt, Katzen umgibt etwas Magisches. Als magisch empfinde ich vor allem auch sehr oft die Beziehungen zwischen Katzen und „ihren“ Menschen. Wir beeinflussen uns gegenseitig – manchmal mehr als uns lieb ist.

 

„Geht es der Katze gut, freut sich der Mensch“ war ein bekannter Werbespruch. Und der ist ja sowas von wahr!

 

Im Umkehrschluss heißt das allerdings auch, dass der Mensch traurig ist, wenn es der Katze nicht gut geht. Unsere kleine Dorle hier auf dem Bild kam im Alter von fünf Monaten zu uns. Für mich war es Liebe auf den ersten Blick, schon bevor ich sie persönlich kennenlernte. Sie war als einzige im Wurf ein Flaschenkind gewesen und in jeder Hinsicht eine ganz besondere kleine Persönlichkeit.

 

Aber der Umzug zu uns war überhaupt nicht in Dorles Sinne. Sie tat sich extrem schwer mit dem Verlust ihrer menschlichen Katzenmama – obwohl eines ihrer Geschwister, nämlich unser Plumbum, sie in ihre neue Familie begleitet hat. Dorle mochte bei uns überhaupt nicht fressen und hatte Angst vor uns, so dass sie die meiste Zeit versteckt blieb.

 

Nach einigen Tagen rief ich verzweifelt ihre Züchterin an, um zu fragen, ob es vielleicht besser wäre, die kleine Maus zurückzubringen. Sie war eh sehr zart gewesen und so langsam kam sie mir wirklich sehr dünn vor und vor allem todunglücklich. Ich setzte mich in meinem Büro, wo Dorle sich verschanzt hatte, auf den Fußboden und wählte die Nummer. Ich hatte gerade erst ein paar Worte mit der Züchterin gesprochen, als Dorle herauskam und direkt auf mich zuging. Es war absolut magisch. Als wenn sie spürte, dass da eine ganz große Entscheidung anstand, die mir extrem schwerfiel, ich aber für sie auf jeden Fall das Beste wollte. Oder hat sie womöglich gespürt, dass ihre „Flaschen-Amme“ am anderen Ende der Leitung war? Wie auch immer – das kleine Katzenkind kam heraus, lehnte sich an mich und drückte ihr Köpfchen in meine Hand. Danach ging sie zum Futternapf und nahm einige kleine Bissen. Ich sagte am Telefon: „Ich glaube, das, weswegen ich anrufe, hat sich gerade erledigt!“

 

Mittlerweile findet man Dorle meist dort, wo ich gerade bin. Sie hat mich als neue Mama akzeptiert und ich wage zu behaupten, dass sie mich fast so lieb hat wie ich sie. Sie vertraut mir komplett und lässt so ziemlich alles mit sich machen.

Manchmal beeinflussen Katze und Mensch sich aber auch ungünstig. Ich habe ab und zu schwierige Katzenzusammenführungen, bei denen die Gemütslage der Katzeneltern den Fortschritt hemmen kann. Gerade wir Frauen nehmen es uns oft sehr zu Herzen, wenn unsere Lieben Stress miteinander haben, und können Gefühle wie Sorge und Angst schlecht verbergen. Katzenkrieg im Haus ist für betroffene Katzeneltern ganz, ganz schlimm. Haben sich die Katzen erst einmal so richtig „gefetzt“, können diese Sorge und diese Angst, dass so etwas wieder passiert, zu einer inneren Anspannung führen, die die Katzen spüren und die auch ihre Nerven strapaziert.

 

In solchen Situationen ist es elementar wichtig, dass wir Katzeneltern lernen, ein Stück weit loszulassen und darauf zu vertrauen, dass sich alles zum Guten wenden wird. Gelingt uns dies, hilft das wiederum den beteiligten Katzen, sich sicherer zu fühlen und die Nähe der oder des Anderen wieder zuzulassen, ohne sofort in Habachtstellung zu gehen.

 

Auch wenn unsere Katzen plötzlich eine Verhaltensänderung zeigen und eine körperliche Ursache ausgeschlossen werden kann, lohnt es sich, darüber nachzudenken, wie es uns gerade geht. Vielleicht haben wir gerade selbst eine schwierige Zeit oder es steht ein Umbruch bevor. Ich hatte einmal einen Fall, bei dem sich eine Katze den Bauch kahlgeleckt hatte, nachdem ihr Katzenpapa arbeitslos geworden war. Als er einen neuen Job gefunden hatte, wurde es sofort besser. Heute geht es dem Mann seelisch wieder gut und das Fell am Bauch der mitfühlenden Katze ist komplett wieder nachgewachsen.

 

Ich finde es (nicht nur) deshalb wichtig, dass wir gut auf uns Acht geben und möglichst immer positiv denken – unsere Gedanken haben eine größere Macht als uns oft bewusst ist, und wenn wir sie in Bahnen lenken, die uns gut tun, können all jene, die emotional mit uns verbunden sind, davon nur profitieren.

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